Welt: Dieses Elektroauto aus Aachen soll die Mobilitätswende bringen

Vor knapp zehn Jahren hat der Aachener Professor Günther Schuh den StreetScooter erfunden. Jetzt geht das neue Elektroauto e.GO in Serie. Kann die junge E-Auto-Fabrik aus Aachen mit den großen Herstellern mithalten?

Beim Rundgang durch seine neue Autofabrik ist Günther Schuh kaum zu bremsen. Während einige Besucher noch an der Montage eines e.GO Life stehen, ist der 2,03 Meter große Professor schon mit Teilen der Gruppe zur Lichtkammer vorgeprescht. „Und hier kommt nächste Woche unsere Monsunkammer hin“, sagt der Vorstandschef der e.GO Mobile AG. In der soll jeder Wagen ausgiebig beregnet werden, viele Leute hätten ja noch Sorgen, dass ein E-Mobil beim Kontakt mit Wasser gefährlich sei.

Der 59-jährige Schuh hat bereits 2009 aus der RWTH Aachen heraus mit Kollegen und Mitarbeitern den elektrischen Kleintransporter StreetScooter entwickelt, der 2014 von der Deutschen Post DHL übernommen wurde. Die hat mittlerweile mehr als 5000 des ebenfalls in Aachen gefertigten Fahrzeugs im Einsatz. „Die Mobilitätswende muss jetzt in den Innenstädten stattfinden“, sagt der aus Köln stammende Schuh. „Das funktioniert aber nur, wenn die große Masse der Autofahrer auf E-Autos umsteigt.“ Bei diesem Ziel soll der neue e.GO aus Aachen einen Anteil haben. Ab 15.900 Euro soll der Viersitzer kosten, mehr als 3000 Vorbestellungen haben die Aachener bereits. Zum Vergleich: Ein E-Smart kostet rund 22.000 Euro und hat nur zwei Sitze. Das Fahrzeug mit einer elektrischen Reichweite im realen Stadtbetrieb zwischen 104 und 158 Kilometern – je nach Batterie – wurde auf dem RWTH-Campus im Westen der Stadt entwickelt, auf dem Forschung und Wirtschaft an Produkten und Lösungen der Zukunft arbeiten. Für dessen Ausbau ist Schuh als Geschäftsführer der RWTH Aachen Campus GmbH auch noch verantwortlich.

 

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