LoCoMo

Low-Cost Montagestrukturen

 

Motivation und Vorgehen

Der wesentliche Anteil der Wertschöpfung der Automobilendmontage findet heute in wenigen großen Massenfabriken in den zentralen Kernmärkten NAFTA, China und Europa statt.  Aufbau und Betrieb der jeweiligen Fertigungsinfrastruktur, sowohl im Hinblick auf die Werksstruktur als auch auf die Montagelinien ruft gewaltige Investitionskosten, Flächenbedarfe und Planungsaufwände auf. Planungsdauern betragen dabei aktuell mindestens ein halbes Jahrzehnt. Das Planungsergebnis ist jeweils ein bis in das letzte Detail durchgeplanter Produktionsapparat, der in der Lage ist, hocheffizient gewaltige Stückzahlen auszustoßen – beispielsweise produziert das VW-Werk in Wolfsburg täglich 3.800 Autos, das Daimler-Werk in Sindelfingen belegt eine Fläche von 2.950.697m²  und der Invest allein für eine Endmontagelinie kann leicht 250 Mio. € übersteigen.  Diese Linien sind häufig nur sehr eingeschränkt in der Lage, verschiedene Fahrzeuge zu fertigen und sind gleichzeitig auf lange Produktionszeiträume der produzierten Fahrzeuge ausgelegt. Heute verbreitete Produkt-flexible Linien ermöglichen eine Senkung des wirtschaftlichen Risikos, das mit Stückzahlschwankungen einhergeht. Allerdings können diese Linien lediglich Fahrzeuge aufnehmen, die auf einer gemeinsamen Grundarchitektur basieren und sind damit im Sinne dieses Vorhabens als unflexibel einzustufen. 

 

Forschungsziele

Das übergeordnete Ziel des Vorhabens besteht darin, die hochflexible und dezentrale Low-Cost-Montage von Elektromobilen in der Zukunft zu beforschen. Durch vorangegangene Untersuchungen wurde ein anforderungsgerechtes, sowohl technisches als auch organisatorisches Zielbild für die E-Fahrzeug-Montage der Zukunft erarbeitet. Um dieses Zielbild zu realisieren, müssen Forschungsaktivitäten initiiert werden, die folgende konkrete Handlungsfelder umfassen:

  • Befähigung von selbstfahrenden E-Fahrzeug-Chassis zur Schaffung von struktureller Flexibilität und Reduktion von Infrastrukturinvestitionen
  • Automatisiertes Ableiten Montagekonstruktionszeichnungen aus Produkt-Konstruktionszeichnungen und Drucken von Vorrichtungen
  • Aufbrechen teurer und hoch-iterativer Justageprozesse in der Montage durch Nutzung von gedruckten Elementen zum Ausgleich von Toleranzen
  • Informationsvernetzung in der Produktion: Befähigung der Mitarbeiter zu Flexibilität und Varianz durch Einsatz von Augmented Reality-Anwendungen
  • Erforschung flexibler Low-Cost-Montagestrukturen (inkl. Layouts) und der notwendigen echtzeitfähigen Steuerungslogik
  • Erforschung möglicher Geschäftsmodelle zur Umsetzung der Low-Cost-Montage und Integration dieser in die Wertschöpfungskette

Auf Basis der aggregierten Forschungsergebnisse in diesen Handlungsfeldern soll eine reale Low-Cost-Montage physisch in Aachen aufgebaut werden, mit Hilfe derer die Forschungsergebnisse an einem realen Fahrzeugzusammenbau schließlich ganzheitlich evaluiert und validiert werden. Als produktseitiger Demonstrator steht dem Vorhaben eine e-Fahrzeugplattform der e.GO Mobile AG zur Verfügung, welche im Rahmen des Projekt an die Anforderungen der Montageprozesse angepasst werden muss.

 

Forschungs- und Projektpartner

  • WZL der RWTH Aachen
  • PEM der RWTH Aachen
  • PTC
  • Götting

Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

 

Laufzeit

01.07.2017 - 30.06.2020

 

Förderkennzeichen

01MX15008D

 

Zuwendungsgeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

 

Projektträger

DLR Projektträger

 

 



Ansprechpartner

Felix Stracke

felix.stracke@e-go-mobile.com