Aachener Zeitung: Der Herr Professor aus Aachen und sein e.GO

Günther Schuh ist derzeit der vielleicht prominenteste Professor an der RWTH. Das ruft Neider auf den Plan. Visionär und Unternehmer.

Aachen. Der Saalwärter kannte kein Erbarmen. Günther Schuh durfte den Hörsaal nicht betreten. „Wegen Überfüllung geschlossen.“ Es bedurfte ein bisschen Überredungskraft, dass der Referent dann doch noch im Rahmen der Wissenschaftsnacht der RWTH Aachen sprechen durfte. Es gibt zumindest beim Sicherheitspersonal noch Leute, die den Professor nicht kennen. Dabei ist Schuh gerade eine der größten Attraktionen der exzellenten Universität. Mindestens. Der 59-Jährige ist so etwas wie ein Kronzeuge, von dem immer dann erzählt wird, wenn es um die Lethargie und Arroganz der etablierten Autokonzerne geht. Es ist eine schöne Geschichte, die gerne erzählt wird in diesen Tagen, in denen sich die großen Hersteller mit manipulierten Emissionswerten zusätzlich in Verruf gebracht haben. Warum gelingt Günther Schuh, was die mächtigen Hersteller nur zögerlich schaffen? Es ist nicht seine Geschichte, Günther Schuh ist nicht ausgezogen, um das Auto-Establishment vorzuführen. Aber er spielt die Geschichte gerne mit, sie schmeichelt ihm. „Ich bin nicht der weiße Ritter. Ich bin zum Beispiel nicht der Ansicht, dass die Autoindustrie die Entwicklung von Antrieben völlig verschlafen hat“, sagt er. Und den modernen Diesel hält er für einen Teil der Lösung, „nicht nur für das Problem“. Das ist sein Anspruch: Der Ingenieurwissenschaftler will die Gesellschaft weiterbringen. Nicht weniger als das. „Ich möchte einen relevanten Weg zeigen.“

 

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